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SEO-Strategie: Optimiere deine Keywords nach Wissensstand

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Erschienen in Nov II 2024 | SEO
Level: Advanced

SEO ist längst mehr als bloßes Keyword-Stuffing. Heutzutage zählt Qualität und nicht mehr Quantität – insbesondere bei der Ansprache der richtigen Nutzergruppen. In diesem Artikel stellen wir dir einen fortgeschrittenen Ansatz für deine Keyword-Strategie vor. Dieser lässt sich auf nahezu jede bereits bestehende Keyword-Strategie anwenden.

Der Artikel basiert auf einem Beitrag vom Search Engine Land.

Ziel deiner Keyword Strategie

Wir betreiben SEO nicht zum Spaß. Grundlage einer jeden SEO-Strategie ist es zunächst, Nutzer:innen auf die Website zu bringen. Dabei willst du aber nicht irgendwelche Personen auf deine Seite bringen, sondern qualifizierten Traffic generieren. Ein Ansatz für die Keyword-Strategie, der mehr qualifizierten Traffic auf deine Seite bringen soll, ist die Ausrichtung nach der sog. Customer Sophistication. Ausschlaggebend ist hier das vorhandene Vorwissen über dein Thema, welches Besucher:innen mitbringen, wenn sie online nach bestimmten Inhalten suchen.

In 5 Schritten zur raffinierten Keyword Strategie: „Customer Sophistication“

Im folgenden verraten wir dir 5 Schritte, mit denen du deine Keyword-Strategie neu ausrichten kannst:

Schritt 1: Kategorisiere die Nutzenden: Von Einsteigenden bis zu Fachprofis

Der Wissenstand deiner Zielgruppe variiert erheblich. Anfänger:innen suchen nach grundlegenden Informationen, während Expert:innen bereits nach spezifischen Lösungen suchen. Die beste Strategie: Teile deine Inhalte in verschiedene Wissensstufen auf.

Je mehr sich dein Keyword im Long-Tail befindet und je mehr Fachwörter bereits in der Suchanfrage vorkommen, desto fortgeschrittener ist die Person, die danach sucht.
Beispiel: Wo ein Profi nach „beste CRM-Anwendungen für Unternehmen mit API zu Zapier und WordPress“ sucht, versucht ein Anfänger sein Glück eher mit „Kundendaten online verwalten“.

Dein Ziel ist es nun, für beide Anfragen (und alle, die dazwischen liegen) einen passenden Inhalt zur Verfügung zu stellen und die jeweiligen Keywords zu besetzen.

Praxistipp: Baue eine „Wissensleiter“ aus deinen Keywords und denen, die du zukünftig besetzen willst. Erstelle von einem breiten Themencluster ausgehend Keyword-Cluster für Anfänger:innen, Fortgeschrittene sowie Expertinnen und Experten. Verlinke Zwischenstufen, um die Besucher:innen im Flow zu halten. Idealerweise gestaltest du ein Conversion-optimiertes Erlebnis für jede Wissensstufe. Nutze für die initiale Recherche nach geeigneten long-tail Keywords gerne KI. Der folgende Prompt kann dir helfen. Wir bleiben dafür beim Beispiel CRM-Systeme von oben.

Prompt: „Erstelle Keyword-Cluster zu einem Thema, die den Wissensstand der Zielgruppe berücksichtigen. Ausgangspunkt ist das Thema „CRM-Sytsme“. Erstelle jeweils eine Liste mit Keywords für Einsteiger, Fortgeschrittene und Experten. Berücksichtige dabei:
Einsteiger-Keywords
Verwende allgemeine, breite Keywords, die grundlegende Fragen beantworten und oft kurze Suchbegriffe umfassen. Die Keywords sollten häufig gesuchte Basisinformationen zum Thema ansprechen, z. B. „Was ist ein Kundenmanagement-System?“ oder „Vorteile eines CRM“.
Fortgeschrittenen-Keywords
Finde detaillierte Keywords, die spezifische Aspekte des Themas behandeln, wie „CRM-Funktionen für kleine Unternehmen“ oder „Wie man ein CRM implementiert“. Hier sollten die Begriffe etwas spezifischer und teils länger sein, um Nutzer anzusprechen, die das Thema bereits kennen und tiefer eintauchen möchten.
Experten-Keywords
Generiere präzise Longtail-Keywords, die auf fortgeschrittene Fragen und tiefergehende Themen abzielen, z. B. „Datenschutzanforderungen bei CRM-Implementierung“ oder „Integration von CRM-Systemen mit ERP“. Die Suchbegriffe sollen hier technischer und spezifischer sein, um erfahrene Nutzer anzusprechen.
Ergebnisformat:
Liste die Keywords in drei separaten Kategorien: Einsteiger, Fortgeschrittene und Experten.“

Schritt 2: Priorisiere die Maßnahmen anhand der Funnel-Stufen

In der Regel neigen SEOs dazu, dort anzufangen, wo sie das größte Volumen erreichen können. Das ist aber nicht immer die beste Strategie.
Beachte bei der Priorisierung der Keywords und Inhalte folgende Faktoren:

  • Geschäftliche Ziele: Richte das Erstellen von Inhalten an den wichtigsten Geschäftszielen aus. Wenn das unmittelbare Ziel darin besteht, Leads zu generieren oder die Conversion Rate zu erhöhen, solltest du Keywords bevorzugen, die sich an Nutzende richten, die sich weiter unten im Funnel befinden (mittlere bis fortgeschrittene Nutzer:innen). Wenn das Ziel die Markenbekanntheit oder die Steigerung des organischen Traffics ist, kümmerst du dich zuerst um Inhalte für Anfänger:innen.
  • Zielgruppensegmente: Besteht deine Kundschaft überwiegend aus Neukunden? Dann sind Inhalte für Einsteigende zu priorisieren. Wenn dein Kundenstamm zum Großteil aus Wiederkäufern besteht, priorisierst du fortgeschrittene und Experten-Keywords.
  • Wettbewerb: Finde heraus, welche Wissensstufen deine Wettbewerber adressieren. Gibt es Stufen oder zumindest Themen, die sie nicht abdecken? Diese solltest du als erstes bespielen.
  • Traffic & Conversions: Analysiere, welche Seiten, Inhalte und Keywords bereits Traffic, Engagement und Conversions generieren. Priorisiere anschließend ähnliche Content-Arten, welche diese Ziele unterstützen.
  • Seiten mit hohem Potenzial: Seiten, die zwar viele Impressions, aber niedrige Rankings bekommen, kannst du aufpäppeln. Oft handelt es sich dabei um Inhalte für Einsteigende. Verlinke Inhalte für Fortgeschrittene und Expert:innen auf dieser Seite, um ihr mehr Autorität zu verschaffen.

Schritt 3: Mache Anfänger:innen zu Profis

Top-of-Funnel-Anfragen bringen in der Regel erstmal potenzielle Kundschaft zu dir, die sich noch nicht gut mit der Materie auskennen. Dein Ziel ist es nun, sie zu Profis (und im besten Fall zu wiederkehrenden Kund:innen) zu machen.
Das gelingt dir mit einer sinnvoll aufgebauten Website. Nutze „Anfänger“-Suchbegriffe als Pillar Pages und verlinke von dort auf die Inhalte für Fortgeschrittene und Profis.

Um den Nutzenden den Weg vom Einsteiger hin zum Experten bzw. von der Einsteigerin hin zur Expertin einfach und auf natürliche Weise zu ermöglichen, kannst du folgende Dinge auf deiner Seite beachten:

  • Setze Links hinter klaren Ankertexten. Nutzende sollen direkt erfahren, was sich hinter einem Link verbirgt. Unspezifische Ankertexte wie „hier klicken“, „jetzt“ oder „hier“ solltest du vermeiden. Stattdessen könntest du schreiben: „Hier klicken, um die neueste Version des CRM kennenzulernen“, „Jetzt über CRM informieren“ oder „Hier geht’s zu preisgünstigen Alternativen.“
  • Füge in der Sidebar eine Box ein, in welcher du weitere relevante Inhalte zum Thema des Artikels verlinkst. Achte darauf, dass die Artikel immer tiefer in die Materie gehen und nicht wieder zum „Einsteiger-Artikel“ zurück verlinken.

Schritt 4: Vergiss nicht die Entscheidungsträger:innen

Im B2B-Bereich darfst du neben den verschiedenen Wissensstufen die Entscheider:innen nicht vergessen. Sie beschäftigen sich mit anderen Themen und stellen andere Fragen an dein Produkt. Beispielsweise wollen sie mehr über Effizienz und Produktivität wissen, während ihre Mitarbeitenden eher an der konkreten Anwendung eines Produktes interessiert sind.

Folgende Personengruppen solltest du mit Inhalten und entsprechenden Keywords abholen:

  • Chief Marketing Officer (CMO): Will wissen, wie ein Produkt seinem oder ihrem Team dabei hilft, eine bessere Performance zu erreichen.
  • Chief Technical Officer (CTO): Will wissen, wie sich ein System in die aktuelle technische Infrastruktur des Unternehmens einfügt.
  • Chief Financial Officer (CFO): Will wissen, welcher Umsatz durch dein System/Produkt erwartet werden kann bzw. wie viele Kosten der Einsatz deines Produktes einsparen kann.

Praxistipp: Erstelle eine Stakeholder-Matrix und stelle sicher, dass du in deinen Inhalten jede Rolle gezielt ansprichst. Tech-Daten für den CTO, Hochrechnungen und Cases für den CFO etc. Auch hier kannst du wieder mit ChatGPT arbeiten.

Schritt 5: Überzeuge Klienten/Vorgesetzte davon, dass die Kaufabsicht wichtiger ist als Impressions

Zu guter Letzt solltest du dir überlegen, wie du deinem Klienten oder deiner Vorgesetzten den neuen Ansatz zur Ausrichtung der Keywords präsentierst.

Je mehr du dich mit fortgeschrittenen Inhalten befasst, desto weniger Ressourcen kannst du für Einsteiger-Inhalte aufbringen. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass du weniger Ressourcen für die Generierung von Traffic aufbringst, stattdessen mehr für die Qualifizierung von Leads, das Voranbringen der Customer Journey und die Kundenbindung. Die erste Entwicklung, die Vorgesetzte und Klient:innen dann gerne sehen, ist, dass weniger Traffic auf die Seite kommt. Du weißt, dass dies nicht unbedingt etwas Negatives bedeutet, deiner Chefin oder deinem Klienten musst du das aber erst klar machen.

Betone von Beginn an, dass enorm viel Traffic nicht immer gleich eine Auswirkung auf den Erfolg des Unternehmens hat: Breit gefasste „Einsteiger“-Keywords bringen viel Traffic, während fortgeschrittene long-tail Keywords weniger Traffic bringen, aber gleichzeitig das Engagement mit der Seite (z. B. Interaktionsdauer und Conversion Rate) erhöhen.

Wort zum Schluss

Das Umstellen und Erarbeiten einer neuen Keyword-Strategie ist kein leichter Prozess, zumal du deine Keywords auch in sinnvollen Content umsetzen musst. Hier bedarf es viel Arbeit und Hirnschmalz, um relevante und originelle Inhalte zu erstellen. Das Refinement deiner Keyword-Strategie wird sich aber dennoch lohnen, da du ein tieferes Verständnis über dein Unternehmen, deine Kundschaft, die Branche und Nutzer:innen erhältst. Das wirkt sich nicht nur auf SEO, sondern auf jeden Aspekt deiner Arbeit aus.